
Für den Straßen- und Toureneinsatz wählen Sie einen Hauptbremszylinder mit einem Kolbendurchmesser, der das Hebelverhältnis im optimalen Bereich von 20:1 bis 27:1 hält (Gesamtfläche des Bremssattelkolbens ÷ Fläche des Hauptbremszylinderkolbens). Für sportliches Fahren und Rennstreckeneinsatz bietet ein Radial-Hauptbremszylinder ein direkteres und lineareres Hebelgefühl, da die bei Axial-Bauteilen übliche Reibung am Drehpunkt entfällt. Die Bremsleistung wird dadurch jedoch nicht automatisch erhöht. Die Montageanleitung in Kürze: Wählen Sie ein kompatibles Teil, prüfen Sie die Toleranzen, bauen Sie die alte Einheit aus, montieren Sie die neue mit neuen Dichtringen und Hohlschrauben, die gemäß Herstellervorgaben angezogen werden, befüllen Sie das System vor, entlüften Sie es gründlich, stellen Sie den Hebelgriff ein und führen Sie anschließend eine Probefahrt durch.
Sicherheitshinweis: Hauptbremszylinder sind sicherheitsrelevante Bauteile. Verwenden Sie ausschließlich die für Ihr System vorgeschriebene Bremsflüssigkeit, üblicherweise DOT 4 oder DOT 5.1. Mischen Sie niemals glykolbasierte DOT-Bremsflüssigkeiten mit silikonbasierter DOT 5. Halten Sie während der gesamten Arbeit das Werkstatthandbuch Ihres Motorrads und einen Drehmomentschlüssel bereit. Wenn Sie sich bei einem Arbeitsschritt unsicher fühlen, lassen Sie die Arbeiten von einem qualifizierten Mechaniker durchführen. Brembo empfiehlt die professionelle Installation, um sowohl die Garantie als auch die Sicherheit zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
- Wie wählt man den richtigen, aufgerüsteten Hauptbremszylinder aus?
- Welche Teile und Werkzeuge benötigt man vor Beginn des Umbaus?
- Vollständige Schritt-für-Schritt-Installation: von der Demontage bis zum Vorentlüften
- Wie entlüftet man die Bremsen richtig und welche Bremsflüssigkeit sollte man verwenden?
- Wie stellt man das Hebelgefühl ein und testet das System sicher?
- Was sind die häufigsten Probleme nach dem Austausch des Hauptbremszylinders?
- Wo kann man in Mitteleuropa passgenaue Hauptbremszylinder kaufen?
- Wichtigste Erkenntnisse
- Warum das Verschuldungsgrad wichtiger ist als der Markenname
- Sixrace: Passgenaue Bremsensätze mit EU-Versand und reserviertem Rabatt
- Nützliche Quellen und Referenzen
Wie wählt man den richtigen, aufgerüsteten Hauptbremszylinder aus?
Die erste Entscheidung betrifft die Ausrichtung: axial oder radial. Bei einem axialen Hauptbremszylinder bewegt sich der Kolben parallel zum Lenker und überträgt die Kraft über ein Gelenk, das eine geringe Reibung und mechanische Flexibilität verursacht. Ein radialer Hauptbremszylinder hingegen richtet den Kolben senkrecht zum Lenker aus, sodass die Hebelbetätigung mit minimalem Reibungsverlust direkt auf den Kolben übertragen wird. Das Ergebnis ist ein lineareres, präziseres Bremsgefühl – und eine bessere Dosierbarkeit bei starkem Bremsen. Radiale Bremszylinder sind aus genau diesem Grund bei Premium-Motorrädern wie der Ducati Panigale V4 S und der Triumph Street Triple RS Standard.
Eine Radialbremsanlage erhöht nicht die reine Bremskraft. Wie Motorcyclist Online erklärt , resultiert die wahrgenommene Verbesserung aus reduzierter Bauteilflexibilität und besserer Kontrolle, nicht aus einer höheren Klemmkraft der Bremssättel. Fahrer interpretieren eine direktere Dosierbarkeit oft fälschlicherweise als stärkere Bremsen. Dieser Unterschied ist bei der Budgetplanung wichtig.
Berechnung der korrekten Kolbenbohrung
Die Hebelverhältnisformel ist die Grundlage für die Auswahl jedes Hauptbremszylinders:
Gesamtfläche des Bremssattelkolbens ÷ Fläche des Hauptbremszylinderkolbens = Hebelverhältnis

Für den Straßenverkehr sollte das Übersetzungsverhältnis zwischen 20:1 und 27:1 liegen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen präzisem Hebelgefühl und ausreichendem Hebelweg zu erzielen. Zu niedrige Übersetzungen (unter 20:1) führen zu einem sehr straffen, kurzen Hebelweg, der für den Rennsport geeignet ist; zu hohe Übersetzungen (über 27:1) hingegen zu einem langen und unpräzisen Hebelgefühl. Die Kolbenfläche des Bremssattels berechnet sich wie folgt: 0,14 × (Kolbendurchmesser ÷ 2)² für jeden Kolben, anschließend summiert über alle Kolben des vorderen Bremskreises.
Ein größerer Hauptbremszylinderdurchmesser ist nicht immer von Vorteil. Durch die Vergrößerung des Durchmessers erhöht sich der Kraftaufwand am Bremshebel und der Hebelweg verkürzt sich. Dies kann die Handkraft des Fahrers übersteigen oder zu einer Bremse führen, die sich träge und schwer dosierbar anfühlt. Wählen Sie den Durchmesser passend zu Ihren Bremssattelspezifikationen und Ihrem Fahrstil, nicht die größtmögliche verfügbare Option.
Kompatibilitätscheckliste vor dem Kauf
- Montageart: Bitte prüfen Sie, ob die Montage an Ihrem Fahrrad axial (Lenkerklemmung) oder radial (Gabelbeinhalterung) erfolgt.
- Banjo-Anschluss: Prüfen Sie die Gewindegröße der Banjoschraube, den Banjowinkel und ob ein Versatzadapter benötigt wird. Bei Umbauprojekten sind häufig Banjo-Versatzadapter erforderlich, um die korrekte Leitungsführung ohne Modifizierung der Bremsschläuche zu gewährleisten.
- Hebelreichweite und Achsabstand: Messen Sie den Abstand von der Mitte des Hebels bis zum Drehpunkt des Hebels; vergewissern Sie sich, dass der Verstellbereich des neuen Geräts Ihre Handgröße abdeckt.
- Freiraum für den Ausgleichsbehälter bei maximalem Lenkeinschlag: Bitte prüfen Sie vor der Bestellung, ob der Ausgleichsbehälter bei maximalem Lenkeinschlag nach links und nach rechts ausreichend Freiraum zur Verkleidung, zur Scheibe und zum Spiegel hat.
- Kompatibilität von ABS und Drucksensoren: Einige ABS-Systeme benötigen einen bestimmten Anschluss oder ein bestimmtes Sensorgewinde; bitte überprüfen Sie dies in der Teileliste oder im Servicehandbuch.
- Kolbenfläche und Belagtyp des Bremssattels: Überprüfen Sie die Berechnung des Hebelverhältnisses, bevor Sie die Bohrungsgröße endgültig festlegen.
Profi-Tipp: Entschlüsseln Sie die OEM-Teilenummer mithilfe der Teileliste Ihres Motorrads und vergleichen Sie sie anschließend mit dem Sixrace-Kompatibilitätsfilter (Marke, Modell, Baujahr) und dem technischen Datenblatt des neuen Teils. Im Zweifelsfall sorgt ein passendes Set aus Hauptbremszylinder und Bremsleitungen dafür, dass die Schlauchlängen von Anfang an stimmen und somit kein Rätselraten bezüglich des Hohlschraubenwinkels nötig ist.
Welche Teile und Werkzeuge benötigt man vor Beginn des Umbaus?
Wenn Sie alles vor Beginn der Arbeiten bereitlegen, vermeiden Sie das häufigste Problem während der Arbeit: das Anhalten bei einem offenen Bremskreislauf, weil eine Dichtscheibe oder eine Entlüftungsnippelkappe fehlt.
Teileliste
- Neuer Hauptbremszylinder (oder komplettes Set inklusive Hebel und Ausgleichsbehälter)
- Für jede Hohlschraube die passenden Dichtscheiben verwenden (immer ersetzen; niemals wiederverwenden).
- Frische Bremsflüssigkeit nach DOT 4 oder DOT 5.1, Menge gemäß Servicehandbuch.
- Hohlschrauben (ersetzen, wenn sie korrodiert sind oder das neue Bauteil ein anderes Gewinde vorschreibt)
- Banjo-Offset-Adapter, falls für Ihre Umrüstung erforderlich.
- Neue Dichtung für den Ausgleichsbehälterdeckel, falls diese nicht im Lieferumfang enthalten ist.
- Neue Bremsbeläge sind empfehlenswert , wenn Sie die Bremssattelkolben während der Reparatur zurückdrücken möchten.
Werkzeuge
- Drehmomentschlüssel mit passenden metrischen Stecknüssen
- Leitungsschlüssel (Bördelmutternschlüssel) zum Vermeiden des Abrundens der Entlüftungsnippel
- Spritze und weicher Schlauch zum Ablassen der alten Flüssigkeit aus dem Behälter
- Entlüftungsset: entweder ein manuelles Zweipersonen-Set, eine Vakuum-/Handpumpe oder ein Druckentlüfter
- Klaren Schlauch und Auffangbehälter für austretende Flüssigkeit
- Werkstattständer, um das Fahrrad waagerecht und stabil zu halten
- Schutzhandschuhe und Augenschutz sind durchgehend zu tragen.
Sicherheits- und Umweltartikel
- Abdeckband und fusselfreie Lappen zum Schutz lackierter Oberflächen
- Verschließbarer Behälter für gebrauchte Bremsflüssigkeit
- Bremsflüssigkeit wird in den meisten mitteleuropäischen Ländern als Sondermüll eingestuft; sie muss an einer dafür vorgesehenen Sammelstelle und nicht im Restmüll entsorgt werden.
Profi-Tipp: Legen Sie vor dem Öffnen einer Bremsleitung Frischhaltefolie über den Kraftstofftank und die Verkleidung. Bremsflüssigkeit greift den Lack bei Kontakt fast sofort an. Halten Sie eine Sprühflasche mit sauberem Wasser bereit, um verschüttete Flüssigkeiten sofort abzuspülen.
Vollständige Schritt-für-Schritt-Installation: von der Demontage bis zum Vorentlüften

Vorabprüfungen
Bevor Sie einen Schraubenschlüssel verwenden, montieren Sie den neuen Hauptbremszylinder auf der Werkbank. Überprüfen Sie die Hebelreichweite, die Ausrichtung des Bremsflüssigkeitsbehälters und den Winkel des Hohlschraubenanschlusses anhand der Geometrie Ihres Motorrads. Prüfen Sie den Abstand des Bremsflüssigkeitsbehälters bei vollem Lenkeinschlag jetzt, nicht erst nach der Montage. Die Anzugsmomente für die Hohlschrauben und die Klemmschrauben des Hauptbremszylinders finden Sie in Ihrem Werkstatthandbuch; verwenden Sie niemals allgemeine Drehmomentwerte – die Herstellerangaben variieren je nach Modell und Schraubenfestigkeitsklasse.
Ausbau des alten Hauptbremszylinders
- Schützen Sie den Kraftstofftank, die Verkleidungsteile und alle lackierten Oberflächen mit Abdeckband und Lappen.
- Verwenden Sie eine Spritze, um so viel Flüssigkeit wie möglich aus dem Reservoir zu entnehmen – dies reduziert das Auslaufen beim Abklemmen des Banjo-Anschlusses.
- Lösen Sie die Hohlschraube(n) langsam; halten Sie einen Lappen bereit, um austretende Flüssigkeit aufzufangen.
- Sobald die Hohlschraube frei ist, muss die Bremsleitung sofort mit einer sauberen Schraube oder Gummikappe verschlossen werden, um zu verhindern, dass Luft und Verunreinigungen in das System gelangen.
- Den Hebel entfernen, dann die Klemme des Hauptbremszylinders vom Lenker abschrauben und dabei die Position der Schaltereinheit und des Spiegels im Verhältnis zur Klemme beachten.
Einbau des neuen Hauptbremszylinders
- Bringen Sie neue Dichtringe an der Hohlschraube an – je einen auf jeder Seite des Hohlschraubenanschlusses. Verwenden Sie niemals alte Dichtringe wieder; sie verformen sich beim ersten Gebrauch und führen bei Wiederverwendung zu Undichtigkeiten.
- Setzen Sie den Hauptbremszylinder auf die Stange und achten Sie auf den nötigen Abstand zu Schaltern und Spiegeln, bevor Sie die Klemmschrauben festziehen. Ziehen Sie die Schrauben mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment fest, zuerst die obere, dann die untere.
- Verlegen Sie die Bremsleitung und drehen Sie die Hohlschraube von Hand ein, um sicherzustellen, dass sie rechtwinklig sitzt. Ziehen Sie sie anschließend mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment fest.
- Richten Sie den Ausgleichsbehälter so aus, dass der Deckel zugänglich ist und die Einheit waagerecht steht, wenn das Fahrrad auf dem Ständer steht.
Vorbefüllungstrick: Bei montiertem neuen Hauptbremszylinder, aber abgenommenem Ausgleichsbehälterdeckel, drücken Sie die Bremssattelkolben vorsichtig mit dem alten Hauptbremszylinder oder einer Entlüftungsspritze, die an den Entlüftungsnippel des Bremssattels angeschlossen ist, nach außen. Dadurch wird Bremsflüssigkeit in den neuen Ausgleichsbehälter gedrückt und die Luft aus dem unteren Teil des Bremskreislaufs verdrängt, bevor die eigentliche Entlüftung beginnt. Fachleute berichten, dass dies die Anzahl der benötigten Entlüftungsvorgänge deutlich reduziert. Achten Sie jedoch darauf, die Kolben gleichmäßig zu bewegen und ein Herausdrücken aus dem Bremssattel zu vermeiden.
Abschließende Vorabprüfungen
- Prüfen Sie, ob die Hohlschraube richtig ausgerichtet ist und die Leitung nicht geknickt oder unter Spannung steht.
- Prüfen Sie den Abstand des Reservoirs bei vollem Lenkeinschlag auf beiden Seiten.
- Prüfen Sie, ob der Hebeldrehzapfen richtig sitzt und der Hebel frei zurückspringt.
- Fotografieren Sie die Hohlschraube, die Dichtscheiben und die Position des Ausgleichsbehälters für Ihre Serviceunterlagen.
Wie entlüftet man die Bremsen richtig und welche Bremsflüssigkeit sollte man verwenden?
Fluidregeln
Verwenden Sie ausschließlich die im Servicehandbuch Ihres Motorrads angegebene Bremsflüssigkeit, üblicherweise DOT 4 oder DOT 5.1. Beide basieren auf Glykol und sind untereinander mischbar. Füllen Sie jedoch niemals silikonbasiertes DOT 5 in ein System, das für Glykol-Bremsflüssigkeit ausgelegt ist. Die beiden Flüssigkeiten sind nicht kompatibel, und die entstehende Mischung kann zu Dichtungsschäden und unvorhersehbarem Bremsverhalten führen. Wenn Sie innerhalb der Glykol-Familie die Bremsflüssigkeit wechseln (z. B. von DOT 4 auf DOT 5.1), spülen Sie das System vor dem Wiederbefüllen vollständig durch.
DOT-Bremsflüssigkeiten sind hygroskopisch: Sie nehmen mit der Zeit Feuchtigkeit aus der Luft auf, was ihren Siedepunkt senkt und bei anhaltendem starkem Bremsen zu Dampfblasenbildung führen kann. Unter den Fahrbedingungen Mitteleuropas, wo sommerliche Rennstrecken und Bergpässe üblich sind, ist der Bremsflüssigkeitswechsel gemäß den Angaben im Serviceheft eine einfache Möglichkeit, eine gleichbleibende Bremsleistung zu gewährleisten.
Vergleich der Blutungsmethoden
| Verfahren | Vorteile | Nachteile | Am besten geeignet für |
|---|---|---|---|
| Manuelle Zwei-Personen-Ausblutung | Keine Ausrüstung erforderlich, gutes Gefühl für den Hebeldruck | Benötigt einen Helfer, langsamer | Allgemeine Verwendung, nach der Installation zuerst entlüften. |
| Vakuum-/Handpumpe | Solobetrieb, schnell für kleine Luftblasen | Kann Luft an den Fäden der blutenden Brustwarze vorbeiziehen | Nachfüllen von Luft, geringfügige Luftentfernung |
| Druckentlüfter | Schnell, konstant, allein | Gerätekosten, Risiko der Überfüllung des Reservoirs | Komplette Systemspülung, Motorräder mit ABS |
| Umgekehrter (hinterfüllender) Beschnitt | Drückt die Luft auf natürliche Weise nach oben, sehr effektiv | Geeigneten Adapter erforderlich, Vorsicht mit Kolben. | Nach der Installation hartnäckige Luftblasen |
Schrittweise Blutungssequenz
- Füllen Sie den Behälter bis zur Maximalmarkierung mit frischer Flüssigkeit und setzen Sie den Deckel locker wieder auf.
- Beginnen Sie am Bremssattel, der am weitesten vom Hauptbremszylinder entfernt ist (bei einem System mit einer Scheibenbremse vorne ist dies die Entlüftungsschraube des vorderen Bremssattels).
- Schließen Sie den durchsichtigen Schlauch an die Entlüftungsschraube an und tauchen Sie das freie Ende in eine Auffangflasche mit etwas sauberer Flüssigkeit – so wird verhindert, dass Luft zurückgesaugt wird.
- Öffnen Sie den Entlüftungsnippel eine Vierteldrehung, pumpen Sie den Hebel langsam und gleichmäßig und schließen Sie dann den Nippel, bevor Sie den Hebel loslassen. Wiederholen Sie den Vorgang, bis keine Blasen mehr im transparenten Schlauch aufsteigen.
- Der Ausgleichsbehälter muss stets gefüllt sein; er darf niemals leerlaufen, da sonst Luft von oben in den Kreislauf gelangt.
- Sobald die Flüssigkeit klar und blasenfrei austritt, schließen Sie die Entlüftungsschraube, ziehen Sie sie mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment fest und prüfen Sie das Hebelgefühl.
- Bei mit ABS ausgestatteten Motorrädern befolgen Sie bitte die vom Hersteller vorgegebene ABS-spezifische Entlüftungsprozedur – einige Systeme erfordern ein Diagnosegerät, um die ABS-Pumpe zu betätigen.
Profi-Tipp: Falls der Bremshebel nach mehrmaligem Entlüften immer noch schwammig ist, klopfen Sie bei geöffnetem Entlüftungsnippel vorsichtig mit einem Gummihammer auf die Bremsleitung und den Bremssattel. Hartnäckige Mikrobläschen haften oft an den Innenflächen und lösen sich durch leichte Vibrationen. Achten Sie auf einen plötzlichen Anstieg des Bremsflüssigkeitsstands im Ausgleichsbehälter; dies deutet darauf hin, dass sich eine Luftblase gelöst hat.
Wie stellt man das Hebelgefühl ein und testet das System sicher?
Hebelreichweite und Vorspannung
Die meisten Nachrüst-Hauptbremszylinder verfügen über eine Griffweitenverstellung, mit der sich der Hebel näher an den Lenker heran- oder weiter weg positionieren lässt. Stellen Sie ihn so ein, dass Sie mit Zeige- und Mittelfinger den vollen Hebeldruck ausüben können, ohne Ihre Handposition am Griff zu verändern. Das Spiel am Hebelende sollte minimal, aber vorhanden sein; ein Hebel, der ohne Spiel sofort auf den Kolben trifft, kann zu schleifender Bremse führen. Falls der Verstellbereich des neuen Zylinders nicht zu Ihrer Handgröße passt, lässt sich das Problem durch einen anderen Hebel oder einen anderen Hebeladapter beheben, ohne die Hydraulik zu beeinträchtigen.
Stufentestplan
- Statische Dichtigkeitsprüfung: Bei auf dem Montageständer stehendem Motorrad den Hebel fest betätigen und 30 Sekunden lang gedrückt halten. An den Hohlschrauben, dem Ausgleichsbehälterdeckel oder den Entlüftungsnippeln darf keine Flüssigkeit austreten.
- Bremslichtprüfung: Prüfen Sie, ob das Bremslicht beim Betätigen des Bremshebels korrekt aufleuchtet; ein Fehler des Druckschalters wird hier deutlich.
- Erste Bremsung bei niedriger Geschwindigkeit: Fahren Sie auf einer freien, ebenen Fläche im Schritttempo und betätigen Sie die Vorderradbremse bis zum Stillstand. Der Bremshebel sollte sich fest und progressiv anfühlen und kein schwammiges Gefühl vermitteln.
- Steigerte Bremsintensität: Beginnen Sie bei 30 km/h und erhöhen Sie dann den Bremsdruck schrittweise. Achten Sie auf Veränderungen im Bremsgefühl, Nachlassen der Bremswirkung oder einseitiges Ziehen des Bremspedals.
- Einbremsen: Führen Sie 8–10 kontrollierte Bremsungen aus 60 km/h durch und lassen Sie Bremsscheibe und -beläge zwischen den Stopps abkühlen. Vermeiden Sie während des Einbremsens eine Vollbremsung; Ziel ist es, eine dünne, gleichmäßige Schicht Belagmaterial auf die Bremsscheibe aufzutragen. Die Bremswirkung verbessert sich voraussichtlich über die ersten 50–100 km.
Checkliste für die endgültige Abnahme
- Nach der Probefahrt traten an keiner Verbindung Flüssigkeitsverluste auf.
- Gleichmäßiger Hebelweg ohne Schwammigkeit oder Nachlassen des Druckgefühls.
- Das Bremslicht funktioniert einwandfrei.
- Freigängigkeit von Spiegeln und Verkleidung bei vollem Lenkeinschlag in beide Richtungen bestätigt.
- Hebelgriffweite nach Fahrerwunsch eingestellt und Kontermutter festgezogen.
Profi-Tipp: Überprüfen Sie nach den ersten 50–100 km das Anzugsmoment der Hohlschrauben und der Entlüftungsnippel. Durch die thermische Belastung während der ersten Fahrten kann es zu leichten Setzungen der Dichtringe kommen. Ein kurzes Nachziehen der Schrauben ist in diesem Fall eine bewährte Vorgehensweise in der Werkstatt.
Was sind die häufigsten Probleme nach dem Austausch des Hauptbremszylinders?
Symptom, Ursache und Heilmittel
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Schwammiger Hebel | Luft im System oder falsche Flüssigkeit | Erneut entlüften; spülen und mit der richtigen Flüssigkeit auffüllen |
| Sehr fester Hebel, kurzer Hebelweg | Die Bohrung des Hauptbremszylinders ist zu groß für den Bremssattelbereich. | Hebelverhältnis neu berechnen; korrekte Bohrung einpassen |
| Flüssigkeitsleck am Hohlschraubenanschluss | Dichtscheiben wiederverwendet oder nicht mit zu geringem Drehmoment angezogen | Dichtringe ersetzen; mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. |
| Bremslicht bleibt an | Druckschalterfehler oder Schalter nicht wieder angeschlossen | Überprüfen Sie die Verkabelung des Schalters und das Gewinde des Drucksensors. |
| Ungleichmäßiger oder greifender Biss | Bremssattelkolben klemmen oder Bremsbeläge verschmutzt | Bremssattel warten; Bremsbeläge bei Verschmutzung austauschen |
| Der Hebel kehrt langsam zurück | Hebelgelenk klemmt oder Feder defekt | Drehpunkt reinigen und schmieren; Federsitz prüfen. |
Sicherheitswarnzeichen: Halten Sie sofort an, wenn Sie etwas bemerken
- Flüssigkeit tropft nach der statischen Prüfung oder während der Fahrt aus irgendeiner Verbindung.
- Plötzlicher Verlust des Hebeldrucks oder ein Hebel, der die Stange erreicht.
- Anhaltendes Bremsversagen, das sich auch nach dem Abkühlen nicht bessert.
- Jegliches Schleif-, Zieh- oder Blockiergefühl beim normalen Bremsen.
Diese Symptome deuten auf einen Defekt hin, der es erforderlich macht, das Fahrrad außer Betrieb zu nehmen und vor der weiteren Benutzung zu überprüfen.
Diagnose hartnäckiger Lufteinschlüsse
Winzige Lufteinschlüsse, die sich durch normales Entlüften nur schwer entfernen lassen, befinden sich oft am Einlass des Hauptbremszylinders oder an einer hochstehenden Stelle der Bremsleitung. Bei abgenommenem Ausgleichsbehälterdeckel den Bremshebel langsam betätigen und die Oberfläche des Ausgleichsbehälters beobachten. Kleine, aufsteigende Bläschen zeigen an, dass sich noch Luft im System befindet. Entlüften Sie weiter, bis die Oberfläche beim Pumpen ruhig bleibt. Überprüfen Sie das Anzugsmoment der Hohlschraube und den Zustand der Dichtscheibe, falls nach mehrmaligem Entlüften weiterhin Bläschen aufsteigen.
Wo kann man in Mitteleuropa passgenaue Hauptbremszylinder kaufen?
Kompatibilitätstools effektiv nutzen
Prüfen Sie vor jeder Bestellung die Kompatibilität anhand der Angaben des Lieferanten zu Marke, Modell und Baujahr. Bei einem als „universell“ gekennzeichneten Hauptbremszylinder müssen Sie die Hebelübersetzung, die Gewindegröße des Hohlschraubenanschlusses und die Ausrichtung des Ausgleichsbehälters selbst überprüfen. Ein für Ihr spezifisches Motorradmodell und -baujahr gelistetes Teil wurde bereits vom Lieferanten geprüft, wodurch das Risiko einer kostspieligen Rücksendung minimiert wird. Vergleichen Sie stets die Teileliste in Ihrem Werkstatthandbuch mit der Produktliste des Lieferanten.
Marken, die es wert sind, genannt zu werden
Brembo gilt in Mitteleuropa als Maßstab für Nachrüst-Hauptbremszylinder. Ihre Radialbremszylinder, wie beispielsweise die RCS-Serie, werden bei einer Vielzahl europäischer und japanischer Sportmotorräder als Erstausrüstung eingesetzt, und die Montageanleitung ist umfassend. Einbaudaten und Anzugsmomente sind in der technischen Dokumentation verfügbar, und Originalteile von Brembo verfügen über eine Herstellergarantie.
Evotech Performance produziert aufeinander abgestimmte Bremsanlagenzubehörteile und Schutzkomponenten, die speziell für bestimmte Motorradmodelle entwickelt wurden. Das Sortiment an Motorradzubehör umfasst unter anderem Ausgleichsbehälterschutz, Hebelschutz und Halterungslösungen, die eine Aufrüstung des Hauptbremszylinders ohne zusätzliche Anpassungen ermöglichen.
Wenn für einen Umbau Banjo-Offset-Adapter, andere Ausrichtungen des Ausgleichsbehälters oder eine Halterung zur Montage einer Radialeinheit an axialen Gabelbeinen benötigt werden, verringert der Kauf eines aufeinander abgestimmten Kits anstatt der separaten Beschaffung einzelner Komponenten das Risiko von Inkompatibilitäten und vereinfacht den Entlüftungsvorgang.
Kauf über Sixrace
Sixrace führt Bremspumpen ,Reparatursätze , Bremsflüssigkeit und Bremsenzubehör wie Banjo-Adapter und Ausgleichsbehälterdeckel – alles sortiert nach Marke, Modell und Baujahr. Versand innerhalb der EU, mehrsprachiger Support und sichere Zahlungsabwicklung machen Sixrace zur idealen Anlaufstelle für Motorradfahrer in Mitteleuropa. Bewahren Sie Ihre Kaufrechnung und alle Einbaudokumente auf; Hersteller benötigen in der Regel einen Kaufnachweis und den Beleg für den korrekten Einbau, um Garantieansprüche zu prüfen.
Profi-Tipp: Bei gängigen mitteleuropäischen Modellen (BMW GS-Serie, KTM Adventure, Honda CB-Reihe) sollten Sie prüfen, ob ein passendes Pumpen- und Bremssattel-Set erhältlich ist. Ein optimiertes Hydrauliksystem macht die Berechnung des Übersetzungsverhältnisses überflüssig und gewährleistet die optimale Zusammenarbeit aller Hydraulikkomponenten.
Wichtigste Erkenntnisse
Durch die Aufrüstung eines Motorrad-Hauptbremszylinders ergeben sich messbare Verbesserungen bei der Bremsmodulation und dem Bremsgefühl, wenn die Kolbenbohrung innerhalb des Hebelverhältnisses von 20:1 bis 27:1 korrekt auf die Bremssattelfläche abgestimmt ist und die Installation einer disziplinierten Entlüftungs- und Testsequenz folgt.
| Punkt | Details |
|---|---|
| Zielverschuldungsgrad | Für den Straßenverkehr sollte ein Hebelverhältnis zwischen 20:1 und 27:1 angestrebt werden (Gesamtfläche des Bremssattelkolbens ÷ Fläche des Hauptbremszylinderkolbens). |
| Wahl zwischen axialer und radialer Wahl | Radiale Einheiten bieten ein lineareres Ansprechverhalten und eine bessere Modulation; axiale Einheiten sind günstiger und eignen sich für die meisten Street-Setups. |
| Fluiddisziplin | Verwenden Sie DOT 4 oder DOT 5.1 gemäß Vorgabe; mischen Sie niemals Glykol- und Silikonflüssigkeiten; spülen Sie gründlich durch, wenn Sie die Art wechseln. |
| Stufenweises Testen | Vor dem Einfahren der Bremsplatten über eine Strecke von 50–100 km sollten vollständige statische, Niedriggeschwindigkeits- und progressive Intensitätsprüfungen durchgeführt werden. |
| Sixrace-Einbauwerkzeuge | Verwenden Sie die Filter von Sixrace für Marke/Modell/Jahr, um die Kompatibilität zu prüfen, bevor Sie Hauptbremszylinder oder passende Kits bestellen. |
Warum das Verschuldungsgrad wichtiger ist als der Markenname
Der häufigste Fehler beim Aufrüsten des Hauptbremszylinders ist die Wahl eines Bauteils nur aufgrund des Markennamens anstatt der Kompatibilität mit dem Bremssystem. Ein Brembo RCS 19 ist zwar ein hervorragendes Bauteil, aber an einem Motorrad mit Doppel-Vierkolben-Bremssätteln, die eine 16-mm-Bohrung benötigen, um im Übersetzungsbereich von 20:1–27:1 zu bleiben, führt er zu einem schwergängigen Bremshebel, der unverhältnismäßig viel Kraftaufwand erfordert. Das Upgrade fühlt sich schlechter an als das Originalteil, und der Fahrer schließt daraus, dass Zubehörteile überbewertet sind.
Die Berechnung des Hebelverhältnisses dauert mit einem Messschieber und einem Taschenrechner fünf Minuten. Sie auszulassen ist der am häufigsten vermeidbare Fehler beim Austausch des Hauptbremszylinders. Radiale Ausrichtung, einstellbare Hebelweite und hochwertige Dichtungen tragen zwar zum Endergebnis bei, können aber eine nicht zum Bremssattelkreis passende Bohrung nicht ausgleichen.
Man neigt dazu, zu unterschätzen, wie viel von der wahrgenommenen Verbesserung durch einen hochwertigen Hauptbremszylinder auf die korrekte Entlüftung und weniger auf das Bauteil selbst zurückzuführen ist. Ein korrekt entlüfteter Standard-Hauptbremszylinder fährt sich oft spürbar besser als ein Premium-Modell mit Restluft im System. Die Entlüftung ist keine bloße Formalität am Ende der Arbeit; sie ist die halbe Miete.
Für mitteleuropäische Motorradfahrer, die ihre Maschinen unter verschiedensten Bedingungen einsetzen, von Alpenpässen bis hin zu Autobahntouren, sorgt die Kombination aus korrekter Bohrungsgröße, gründlicher Entlüftung und einem abgestuften Testplan für ein gleichmäßiges und vorhersehbares Bremsverhalten, das durch kein Markenprestige ersetzt werden kann.
Sixrace: Passgenaue Bremsensätze mit EU-Versand und reserviertem Rabatt
Sixrace ist ein europäischer Spezialist für Motorrad-Ersatzteile und bietet alles, was Sie für die Aufrüstung Ihres Hauptbremszylinders benötigen: Radial- und Axial-Bremspumpen, aufeinander abgestimmte Hauptbremszylinder- und Bremsleitungssätze, Bremsflüssigkeiten nach DOT 4 und DOT 5.1, Dichtringe, Hohlschraubenadapter und Überholungssätze. Alle Teile sind nach Marke, Modell und Baujahr durchsuchbar. Marken wie Brembo und Evotech Performance sind verfügbar. Wir bieten EU-Standardversand, mehrsprachigen Support und Sendungsverfolgung nach Mitteleuropa.

Jede Produktbeschreibung enthält Kompatibilitätsdaten, damit Sie die Passgenauigkeit vor dem Kauf prüfen können. Das Sixrace-Team hilft Ihnen gerne bei technischen Fragen. Bewahren Sie Ihre Bestellbestätigung für Garantieansprüche als Teil Ihrer Installationsunterlagen auf. Sichern Sie sich Ihren reservierten Rabatt auf Motorradbremskomponenten und -zubehör auf der Sixrace-Rabattseite und vervollständigen Sie Ihr Upgrade mit passgenauen Teilen.
Nützliche Quellen und Referenzen
Die folgenden Primärquellen und technischen Referenzen bilden die Grundlage für die Hinweise in diesem Artikel. Konsultieren Sie diese direkt für Drehmomentangaben, Kolbenflächentabellen und ABS-spezifische Entlüftungsverfahren, die für Ihr Motorrad relevant sind.
- Die Kunst des Hebelverhältnisses – detaillierte Erklärung der Hebelverhältnisformel und des angestrebten Bereichs von 20:1 bis 27:1.
- Technischer Überblick von Brembo – axiale vs. radiale Ausrichtung des Hauptbremszylinders, Systemabstimmung und Installationshinweise.
- Einbauhinweise und Warnhinweise zu Brembo-Teilen – Bremsflüssigkeitsregeln, Entlüftungsverfahren, Garantiebestimmungen und Empfehlung für den Einbau durch einen Fachmann.
- Brembo-Anleitung zum Austausch von Bremspumpen – Entlüftungsreihenfolge und Drehmomentvorgaben des Herstellers; zusammen mit dem Servicehandbuch Ihres Motorrads verwenden.
- Leitfaden zur Dimensionierung des Hauptbremszylinders — TBM Brakes — Kompromisse bei der Bohrungsgröße: Hebelkraft vs. Hebelweg und warum größer nicht immer besser ist.
- Radialmotorradbremsen erklärt — Motorcyclist Online — verdeutlicht den Unterschied zwischen wahrgenommener Bremsverbesserung und tatsächlicher Bremskraft.
- KTM Forum — Umrüstung der Radialpumpe auf 1090 R — Hinweise aus der Praxis zum Rückfülltrick und zur Reduzierung der Entlüftungszeit.
- KTM Forum — Diskussion über den Umbau auf Brembo RCS 19 — Praxishinweise zu Banjo-Offset-Adaptern und Ausgleichsbehälter-Freigängigkeit bei Umbauprojekten.
- Das Original-Servicehandbuch Ihres Motorrads – die maßgebliche Quelle für Drehmomentangaben, Entlüftungsreihenfolge, ABS-Vorgehensweisen und die Art der Bremsflüssigkeit. Keine andere Anleitung ersetzt es.
Bewahren Sie die Kaufrechnung, das Einbaudatum und den Kilometerstand auf. In Mitteleuropa ist für Garantieansprüche und Versicherungsgutachten zu Bremskomponenten üblicherweise ein dokumentierter Nachweis über den korrekten Einbau und die Herkunft der Teile erforderlich.